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Bohren in Metall: Erfolg durch Bohrer-Qualität und Handwerkertricks

Erfolgreiches Bohren in Metall setzt zwei Dinge voraus: Gute Metallbohrer und deren materialgerechter Einsatz. Wenn alle Regeln befolgt und die richtigen Bohrer in die Maschine gespannt werden, ist das Bohren in Metall nicht schwieriger als das Bohren im Werkstoff Holz.

Qualitäts-Metallbohrer für gute Arbeitsergebnisse

Ausgefranste, scharfgratige Bohrlöcher, Bohrer, die heiß laufen und stumpf werden, Werkstücke, die Ihnen unter der Hand weggleiten und mitrotieren: Die Fehlerquellen beim Bohren in Metall sind zahlreich. Zuallererst sei auf die Bohrerqualität hingewiesen. Denn Sie können nach den Regeln des Fachbuchs für Metallbearbeitung vorgehen und dennoch Schiffbruch erleiden, wenn Sie minderwertige Metallbohrer eingespannt haben. Der Schnellarbeitsstahl HSS ist Pflicht. Er sorgt für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten und lange Standzeiten. Wenn Sie besonders harte Metalle wie Edelstahl unter dem Bohrer haben, empfehlen sich mit Titannitrit beschichtete Bohrschneiden. Außerdem sollten die Schneiden in einem Winkel von 135 Grad angeordnet sein. Bohrer für normal harte Metalle besitzen einen Winkel von 118 Grad. 

Weniger ist mehr

Die Drehzahl ist ein wichtiges Thema bei der Arbeit mit dem Metallbohrer. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass harte Materialien hohe Drehzahlen benötigen - das Gegenteil ist der Fall. Das Arbeiten in Metallwerkstoffen erzeugt eine hohe Reibungshitze, die den Bohrer stumpf werden lassen kann. Es gibt eine Faustregel: Die Drehzahl sinkt mit zunehmender Härte des Metalls und mit zunehmendem Bohrlochdurchmesser. Das weiche Messing kann mit 2500 Umdrehungen in der Minute gebohrt werden, während Edelstahl nur 800 minütliche Rotationen erfordert. Wenn Sie es richtig machen, führt Ihr Metallbohrer lange, gleichmäßige Späne ab. Bohren Sie nicht mit zu viel Druck und reduzieren Sie Ihre Kraft vorm Durchstoßen des Metalls noch einmal, um verkantete Bohrer und ausgerissene Löcher zu vermeiden. 

Ölen gegen das Ausglühen

Trotz reduzierter Drehzahl kann der Metallbohrer heiß laufen. Blau angelaufene Spitzen weisen auf ausgeglühte, stumpf gewordene Bohrer hin. Damit es so weit nicht kommt, müssen Sie beim Bohren in harten Metallen und bei großen Bohrdurchmessern Pausen einlegen und die Bohrerspitze mit Öl kühlen. Für diese Zwecke eignen sich spezielle Schneid- und Bohröle. Bohren Sie nur gelegentlich in Metall, genügt ein herkömmliches Schmieröl. 

Vorbohren für mehr Präzision

Ein alter Handwerkertrick erleichtert Ihnen das Bohren großer Löcher im Metall. Setzen Sie eine Vorbohrung mit einem kleineren Metallbohrer. Das empfiehlt sich ab Lochdurchmessern von acht Millimetern. Der Durchmesser des kleineren Bohrers entspricht bestenfalls der Größe des Bohrerkerns. Als Bohrerkern wird der Abstand zwischen den beiden Schneiden des Metallbohrers verstanden. Die Vorbohrung hat zwei Vorteile: Die Reibungshitze wird reduziert; und der große Bohrer hat in der Vorbohrung eine bessere Führung. 

Tricks für Rohre und dünne Bleche

Rohre und dünne Bleche sind besonders schwer zu bohren. Rohre verlangen einen Bohrständer für die Führungs- und einen Schraubstock für die Haltearbeit. Damit sich das Rohr rings um die Bohrstelle nicht verbiegt, können Sie ein Rundholz einpassen. Bleche werden im Sandwichverfahren und arretiert durch eine Schraubzwinge gebohrt. Sandwichverfahren bedeutet: Das Blech wird zwischen zwei Holzplatten gespannt. Dadurch reißt sich das Werkstück nicht los, und der Metallbohrer lässt beim Durchstoßen weniger Grate entstehen. 

Metallbohren braucht Vor- und Nacharbeit

Ankörnen und Senken zählen zu den unverzichtbaren Vor- und Nachbereitungen beim Bohren in Metall. Mit Hammer und Körner wird ein Ansatzpunkt für den Metallbohrer gesetzt. Die Gefahr des Verlaufens wird reduziert, die Bohrzeit verringert. Untergeschobene Holzbretter und das Sandwichverfahren halten die Gratbildung minimal - dennoch muss nachgearbeitet werden. Das geht am einfachsten mit einem Kegel- oder Querlochsenker. Letzterer produziert die beste Oberflächenqualität. Auch das Entgraten mithilfe einer Metallfeile ist möglich.

Sicherheitstipps

Metallwerkstoffe sollen vor dem Bohren eingespannt oder mit einer Zwinge gesichert werden. Vor allem beim Durchstoßen dünner Bleche ist die Gefahr groß, dass der Bohrer sich verkantet und das Werkstück sich selbstständig macht. Metallspäne rufen schwere Augenverletzungen hervor. Besonders Messing löst kurze, umherfliegende Späne ab. Hier ist die Schutzbrille Pflicht. Handschuhe und Metallbohrer passen dagegen nicht zusammen, denn der Handschuhstoff könnte vom Bohrer erfasst werden. Die besten und sichersten Arbeitsergebnisse erzielen Sie mit einer Säulenbohrmaschine.

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Bohren in Metall: Erfolg durch Bohrer-Qualität und Handwerkertricks

Erfolgreiches Bohren in Metall setzt zwei Dinge voraus: Gute Metallbohrer und deren materialgerechter Einsatz. Wenn alle Regeln befolgt und die richtigen Bohrer in die Maschine gespannt werden, ist das Bohren in Metall nicht schwieriger als das Bohren im Werkstoff Holz.

Qualitäts-Metallbohrer für gute Arbeitsergebnisse

Ausgefranste, scharfgratige Bohrlöcher, Bohrer, die heiß laufen und stumpf werden, Werkstücke, die Ihnen unter der Hand weggleiten und mitrotieren: Die Fehlerquellen beim Bohren in Metall sind zahlreich. Zuallererst sei auf die Bohrerqualität hingewiesen. Denn Sie können nach den Regeln des Fachbuchs für Metallbearbeitung vorgehen und dennoch Schiffbruch erleiden, wenn Sie minderwertige Metallbohrer eingespannt haben. Der Schnellarbeitsstahl HSS ist Pflicht. Er sorgt für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten und lange Standzeiten. Wenn Sie besonders harte Metalle wie Edelstahl unter dem Bohrer haben, empfehlen sich mit Titannitrit beschichtete Bohrschneiden. Außerdem sollten die Schneiden in einem Winkel von 135 Grad angeordnet sein. Bohrer für normal harte Metalle besitzen einen Winkel von 118 Grad. 

Weniger ist mehr

Die Drehzahl ist ein wichtiges Thema bei der Arbeit mit dem Metallbohrer. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass harte Materialien hohe Drehzahlen benötigen - das Gegenteil ist der Fall. Das Arbeiten in Metallwerkstoffen erzeugt eine hohe Reibungshitze, die den Bohrer stumpf werden lassen kann. Es gibt eine Faustregel: Die Drehzahl sinkt mit zunehmender Härte des Metalls und mit zunehmendem Bohrlochdurchmesser. Das weiche Messing kann mit 2500 Umdrehungen in der Minute gebohrt werden, während Edelstahl nur 800 minütliche Rotationen erfordert. Wenn Sie es richtig machen, führt Ihr Metallbohrer lange, gleichmäßige Späne ab. Bohren Sie nicht mit zu viel Druck und reduzieren Sie Ihre Kraft vorm Durchstoßen des Metalls noch einmal, um verkantete Bohrer und ausgerissene Löcher zu vermeiden. 

Ölen gegen das Ausglühen

Trotz reduzierter Drehzahl kann der Metallbohrer heiß laufen. Blau angelaufene Spitzen weisen auf ausgeglühte, stumpf gewordene Bohrer hin. Damit es so weit nicht kommt, müssen Sie beim Bohren in harten Metallen und bei großen Bohrdurchmessern Pausen einlegen und die Bohrerspitze mit Öl kühlen. Für diese Zwecke eignen sich spezielle Schneid- und Bohröle. Bohren Sie nur gelegentlich in Metall, genügt ein herkömmliches Schmieröl. 

Vorbohren für mehr Präzision

Ein alter Handwerkertrick erleichtert Ihnen das Bohren großer Löcher im Metall. Setzen Sie eine Vorbohrung mit einem kleineren Metallbohrer. Das empfiehlt sich ab Lochdurchmessern von acht Millimetern. Der Durchmesser des kleineren Bohrers entspricht bestenfalls der Größe des Bohrerkerns. Als Bohrerkern wird der Abstand zwischen den beiden Schneiden des Metallbohrers verstanden. Die Vorbohrung hat zwei Vorteile: Die Reibungshitze wird reduziert; und der große Bohrer hat in der Vorbohrung eine bessere Führung. 

Tricks für Rohre und dünne Bleche

Rohre und dünne Bleche sind besonders schwer zu bohren. Rohre verlangen einen Bohrständer für die Führungs- und einen Schraubstock für die Haltearbeit. Damit sich das Rohr rings um die Bohrstelle nicht verbiegt, können Sie ein Rundholz einpassen. Bleche werden im Sandwichverfahren und arretiert durch eine Schraubzwinge gebohrt. Sandwichverfahren bedeutet: Das Blech wird zwischen zwei Holzplatten gespannt. Dadurch reißt sich das Werkstück nicht los, und der Metallbohrer lässt beim Durchstoßen weniger Grate entstehen. 

Metallbohren braucht Vor- und Nacharbeit

Ankörnen und Senken zählen zu den unverzichtbaren Vor- und Nachbereitungen beim Bohren in Metall. Mit Hammer und Körner wird ein Ansatzpunkt für den Metallbohrer gesetzt. Die Gefahr des Verlaufens wird reduziert, die Bohrzeit verringert. Untergeschobene Holzbretter und das Sandwichverfahren halten die Gratbildung minimal - dennoch muss nachgearbeitet werden. Das geht am einfachsten mit einem Kegel- oder Querlochsenker. Letzterer produziert die beste Oberflächenqualität. Auch das Entgraten mithilfe einer Metallfeile ist möglich.

Sicherheitstipps

Metallwerkstoffe sollen vor dem Bohren eingespannt oder mit einer Zwinge gesichert werden. Vor allem beim Durchstoßen dünner Bleche ist die Gefahr groß, dass der Bohrer sich verkantet und das Werkstück sich selbstständig macht. Metallspäne rufen schwere Augenverletzungen hervor. Besonders Messing löst kurze, umherfliegende Späne ab. Hier ist die Schutzbrille Pflicht. Handschuhe und Metallbohrer passen dagegen nicht zusammen, denn der Handschuhstoff könnte vom Bohrer erfasst werden. Die besten und sichersten Arbeitsergebnisse erzielen Sie mit einer Säulenbohrmaschine.

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